Die sinnvolle Golfausrüstung: so viele Golfschläger sind genug

Mehr Golfschläger = besseres Golfspiel?

Gerade der Anfänger wird mit Komplettsets, die aus 14 Golfschlägern bestehen, immer wieder umworben. Spricht man dagegen mit routinierten Golfern, sieht die Praxis anders aus: in der Regel werden 5 bis 7 Golfschläger ständig genutzt und der Rest nur in ganz speziellen Fällen. Es lohnt sich also, von Anfang an die Golfausrüstung individuell zu betrachten.

Was benötigt man nun für welche Situation?

Gehen wir mal chronologisch vor: als erstes ist der Abschlag. Je nach Par des Loches können dies 60 bis über 500 m zur Fahne sein. Mit Blick auf die eher längeren Löcher erfordert dies also einen möglichst weiten Abschlag. Theoretisch ist dafür der Driver ideal geeignet: große Schlagfläche, langer Schaft. Da kann schon nichts schief gehen – oder? Der Driver hat auch den steilsten Loft (abgesehen vom Putter) und kann dadurch auch leichter als jeder andere Golfschläger Sidespin erzeugen. Sidespin heisst Slice, Hook oder wenn gewollt: Draw bzw. Fad.

Slice ist hier die Geissel des Golfers und er wird nicht besser, wenn man noch schneller schwingt. Das Gehirn sagt “härter schlagen” und die Physik macht nur die ungewünschte Kurve stärker.

Hat man nicht einen wirklich sehr fehlerarmen Schwung, greift man deshalb auch für den Abschlag besser zu Fairwayhölzern. Der Loft ist hier Freund und Helfer. Die gängigen Hölzer 3 und 5 sollte man als Normalspieler aber auch stecken lassen, ausser viel Ballroll ist selten ein wiederholbarer Ballflug ins Ziel möglich. Ab 20° Loft wird es leicht spielbar und in der Weite nachweislich stabiler und länger.

Empfehlung für den Abschlag, wenn der Golfschwung nicht perfekt ist: Holz 7 oder 9

Nach dem Abschlag kommt bei Par 5 Löchern der Transportschlag. Je nach Schwunggüte kann dies auch bei einem Par 4 erforderlich sein. Also ein möglichst langer Schlag vom Fairway aus. Holz 3 und 5 sind hier ebenfalls schwer zu spielen. Die langen Eisen wären präzise, aber verlangen viel vom Schwung, deshalb auch hier die Empfehlung zu Fairwayhölzern mit Loft über 20°.

Hybrids sind hier neuzeitlich sehr beliebt. Ihren Zuspruch haben sie aus dem Umstand, dass deren Schäfte kürzer und damit spielbarer sind. Fairwayhölzer werden normalerweise (bei anderen Marken) nicht in der Schaftlänge angepasst und sind deshalb mehrheitlich zu lang und damit schwer zu spielen. Deshalb passen wir auch die Schäfte der Fairwayhölzer biometrisch an, was die Spielbarkeit maximiert und Schlagweiten liefert, mit denen ein Hybrid nicht mithalten kann.

Der Transportschlag: Holz 7, 9 oder 11

Ist die größte Distanz überwunden und die Fahne in Schlagnähe, kommt die Annäherung. Spätestens hier kommen die Eisen und Wedges zum Einsatz. Für den Normalspieler heisst dies eine Distanz von 120 m und weniger. Mit einem Holz wird dies ebenso unkontrolliert wie mit einem gebremsten Golfschwung, weshalb mehrere Eisen mit unterschiedlichem Loft durchaus Sinn machen, da der Schwung immer gleichmässig ist und sich nur die Distanz aufgrund des Loftes verändert.

Zwischen den Eisen müssen aber bequeme und konstante 12 bis 15 m Schlagweitenunterschied liegen, sonst wird das System unsinnig. Liegen die Eisen zu dicht beieinander, lässt man einfach jeweils eine Nummer aus … also z.B. Eisen 7-9-SW etc. bzw. Eisen 6-8-PW etc.

Die Annäherung: mit dem passenden Eisen

Die Annäherung kann aber schnell zum Kurzspiel werden und hier haben sich die Golfplatz-Designer einiges einfallen lassen. Sandbunker, Wassergräben und Roughinseln blockieren den direkten Weg zur Fahne. Für solche Fälle gibt es Wedges. Eisenschläger mit hohem Loft und schwerem Kopf, um Bälle steil steigen und steil landen zu lassen. Von harten wie von weichen Böden. Die meisten Wedges sind für weiche Böden gebaut, also mit viel Bounce. Mehr Bounce auf harten Böden führt jedoch zu getoppten Bällen, die alles andere als am Grün stoppen. Wir fertigen deshalb Wedges vornehmlich für harte Böden, denn harte Böden sind auf Europas Golfplätzen vorherrschend – und Wedges mit weniger Loft lassen sich auch von weichen Böden spielen.

Schlag zur Fahne: Wedges

Liegt man auf dem Grün, kommt der Putter zum Einsatz. Der Putter ist der am meisten genutzte Golfschläger auf der Runde und mit einem guten Putter lässt sich das Ergebnis (sprich Handicap) am schnellsten verbessern. Es macht also Sinn, den Putter bewusst auszusuchen.

Einlochen: der Putter

Zusammenfassung: diese Golfschläger sind sinnvoll

Für den Anfänger und Gelegenheitsspieler:

  • Holz 9 oder 11
  • Eisen 6-8-PW-SW
  • Putter

Für den engagierten Hobbygolfer:

  • Driver und/oder Holz 5
  • Holz 9
  • Eisen 6 bis PW
  • Wedges SW und LW
  • Putter

Für den Turnierspieler:

  • Driver
  • Holz 3 oder 5
  • Holz 7 oder 9
  • Eisen 5 bis PW
  • Wedges GW-SW-LW
  • Putter

Variationen und Abstimmung auf individuelle Gegebenheiten sind klar. Die Empfehlung ist nur eine Basis für die genaue Abstimmung und basiert auf 20 Jahre zufriedene Kunden.

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