Schwunggewicht: was Sie darüber wissen sollten

SchwunggewichtBeliebt, weil leicht zu messen: das Schwunggewicht beim Golfschläger

Was man schwarz auf weiß hat, vermittelt automatisch mehr Sicherheit. Doch es ist ein zweischneidiges Schwert, zumindest beim Schwunggewicht. Die Grundlage dieser Waage stammt aus den Anfängen des Golfsports und wurde seitdem nicht hinterfragt. Das Messen selbst ist einfach, die Waagen sind nicht teuer und so verwundert es nicht, dass die Schwunggewichtswaage quasi zum Repertoire eines Golflehrers gehört.

Schwunggewicht Golfschläger

So oder ähnlich sehen alle Schwunggewichts-Waagen aus. Gemessen wird die Balance des Golfschlägers, unabhängig von seinem tatsächlichem Gesamtgewicht.

Wer viel misst, misst Mist?

Eine Schwunggewichtswaage macht Sinn, aber man muss die Werte auch verstehen und wichtiger, die individuelle Situation des Spielers muss bekannt sein oder vorher definiert werden. Beispiel: Stoisch D2 für männliche Spieler zu verlangen, ist praxisfremd. Es kann passen, muss aber nicht.

MOI Golfschläger

Während die Schwunggewichts-Waage die Trägheit via Balance misst, geht die MOI-Messung den direkten Weg, aber auch hier gibt es Stolperstellen.

Auch ist es problemlos möglich, zwei Golfschläger mit identischem Schwunggewicht zu bauen, die trotzdem völlig konträr spielbar sind. Man könnte dies so weit treiben, dass ein Schläger davon fast perfekt ist und der andere völlig unspielbar wird … jeweils bei gleichem Schwunggewicht.

Erst die Person, dann die Tradition

Dass es nicht den Einheitsschwung gibt (obwohl oft noch versucht wird, diesen Mythos zu lehren), hat sich glücklicherweise herumgesprochen. Zu jedem Schwung gehört aber auch ein Mensch und für diesen gilt es, den perfekten Golfschläger zu bauen. Schaftflex, Schaftlänge, Schaftgewicht, Schaftmaterial, Lie-Winkel, Schlägerkopfgewicht, COG-Platzierung sind aus technischer Sicht wesentlich bedeutsamer als die Justierung des Schwunggewichtes.

Dynamik zählt, Statik täuscht

Golfschläger werden zu oft in Ruhestellung gemessen und bewertet. In der Bewegung ist alles anders und nur über eine ganzheitliche Abstimmung der Dynamik kommt man zu einem spielfördernden Ergebnis. Ganzheitlich heisst, Proportionen, (Schnell-)Kraft, Bewegungsmuster, Talent und Ziel des Golfers müssen betrachtet werden.

Der Ablauf bleibt:

  • biometrische Vermessung
  • Schwunganalyse
  • Auswertung
  • Probespiel

Wichtiger als Messung: die Realität

Papier ist bekanntlich geduldig. Viele Golfschläger werden mit korrekten Werten gebaut, aber die eigentliche Güte bleibt dabei auf der Strecke, wenn z.B. das Schwunggewicht via Schaftlänge justiert wird. Keine Seltenheit und teilweise auch einfache Schlamperei.

Schaftlänge Golfschläger

Für den Spieler immer mit Nachteilen verbunden: uneinheitliche Schaftlängen. Teilweise grobe Fertigungstoleranzen, aber auch der Versuch, das Schwunggewicht einzuhalten. Im Schwung fallen diese Unterschiede auf und auch bei den Lie-Winkeln kann es zu Problemen kommen. Eine Begründung für so eine Bauweise gibt es nicht.

 

Bei uns werden die Golfschläger in den Schaftlängen immer harmonisch abgestuft und zur Endkontrolle ins Längenbrett gegeben. Da die Toleranzen bei den Kopf- und Schaftgewichten bei uns äusserst gering sind, ergibt sich so zwangsläufig ein Golfschläger-Satz, bei dem Schaftlänge und MOI stimmen.

 

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